Architekturobjekt 4 von 5.876

Architekturobjekte


Campus RO

83024 Rosenheim, Hugo-Laue-Straße 1

Mit freundlicher Unterstützung von Meltem

Studentenwohnheim CampusRo - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Zimmer - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Zimmer - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Holzfassade - Campus RO

© Janine Libor | Meltem

Holzfassade - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Studentenwohnheim CampusRo - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Studentenwohnheim CampusRo - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Studentenwohnheim CampusRo - Campus RO

© Sigurd Steinprinz

Mit freundlicher Unterstützung von Meltem

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Hugo-Laue-Straße 1, 83024 Rosenheim, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

04.2022

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

ACMS Architekten GmbH

Friedrich-Ebert-Str. 55

42103 Wuppertal

Deutschland

Tel. +49 202 445 71-00

info@acms-architekten.de

Projektentwicklung

CampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG

Wolfratshauser Straße 49

82049 Pullach

Deutschland

Beschreibung

Objektbeschreibung

Komfortlüftung als Teil des nachhaltigen Wärmekonzepts

Ein zukunftsweisendes Wohnprojekt für Studierende entstand mit dem neuen, sogenannten CampusRo auf dem 1971 gegründeten Campus in Rosenheim. Vielfach ausgezeichnet, ökologisch, smart und hochwertig bietet er viel Platz für moderne Interaktion und Gemeinschaft. Die Gebäude entstanden in nachhaltiger Holz-Hybridbauweise im KfW-40-plus-Standard. Zur Haustechnik zählt auch eine Komfortlüftung von Meltem.

Modernes Wohnkonzept für Studierende
Auch in Rosenheim ist mit der attraktiven Lage im Alpenvorland bezahlbarer Wohnraum Mangelware. Als sich die Gelegenheit bot, eine frei werdende Gewerbefläche direkt gegenüber der Hochschule Rosenheim zu neuem Wohnraum umzuwidmen, ergriff sie ein privater Investor. In Zusammenarbeit mit der Stadt entstand dort ein Campusgelände mit zukunftsorientiertem Wohnkonzept für Studierende. Die 1,4 Hektar umfassende Fläche bietet ausreichend Platz für 211 Studenten-Appartements sowie ein weiteres Boardinghouse mit zusätzlichen 40 Appartements. Nach Durch-führung eines internationalen Ausschreibungsverfahrens erhielt das Konzept von ACMS Architekten aus Wuppertal den Planungszuschlag. Der Campus Rosenheim ist Teil eines komplett neu entwickelten Quartiers, in dem günstiger Wohn-raum für Familien sowie für das Pflegepersonal der städtischen Kliniken entsteht.

Die Gebäude sind um verschiedene, miteinander vernetzte Höfe gruppiert. Bis zu sechs Geschosse in gestaffelten Höhen erzeugen einen abwechslungsreichen Eindruck. Gemeinschafts- und private Bereiche sind voneinander getrennt. Die Wohneinheiten sind zu beiden Seiten des Gebäudes ausgerichtet und flächenmäßig auf ein Minimum begrenzt. Sie ermöglichen Privatsphäre sowie konzentriertes Lernen und Arbeiten aber auch eine kommunikative Ausrichtung zur Gemeinschaft. Richtung Innenhof öffnen sich die einzelnen Geschosse durch Laubengänge, die durch Außentreppen zugänglich und miteinander verbunden sind. Der Innenhof, und die vielfältigen Dachterrassen auf denen das Campusleben stattfindet, sind begrünt und bieten zahlreiche Sitzgelegenheiten sowie Abstellplätze für Fahrräder. Diese Bereiche sollen der Kommunikation dienen. Als weitere Treffpunkte bieten sich ein Restaurant sowie ein Café im Boardinghouse an. Pluspunkt:​ Das Café zieht mit seiner attraktiven Terrasse im sechsten Obergeschoss und dem Blick auf die Berge auch Gäste an, die nicht im Quartier wohnen.

Nachhaltige Bauweise
Bei der Konzeption der Wohnanlage stand der Nachhaltigkeitsaspekt an erster Stelle. Die Planer griffen daher auf eine Hybridbauweise zurück. Während die tragenden Außenwände als Holztafelkonstruktion im Werk vorgefertigt und als komplette Wandabschnitte mit dem Kran auf der Baustelle versetzt wurden, entstanden die Decken in Holz-Beton-Verbundbauweise. So werden gute Brand- und Schallschutzwerte erreicht. Ein weiterer Vorteil dieser Elementbauweise ist die Möglichkeit, bei Bedarf ohne großen Aufwand ein weiteres Geschoss aufzusetzen oder zu entfernen. Sämtliche Wandmodule wurden im Werk komplett mit Dämmung, Fenstern sowie den vorbereiteten Vorrichtungen für die Installation der Haustechnik versehen. Das galt auch für die Montagekästen der Lüftungsgeräte und die Kanäle zur Be- und Entlüftung.
Die Stromversorgung wird zu 70 % durch eine eigene Photovoltaikanlage sichergestellt. Die dazu benötigten Module wurden auf den Flachdächern montiert. Dabei war die anteilige Nutzung der attraktiven Dachflächen für Terrassen, Dachbegrünung sowie die PV-Anlage zu berücksichtigen. Die Gebäudebeheizung erfolgt mittels Fernwärme. Ins-gesamt ist das Baukonzept in der Nachhaltigkeit so ausgelegt, dass eine DGNB-Zertifizierung im Platin-Standard angestrebt wird (aktueller Bewertungsstand der DGNB für das studentische Wohnen 85,8 % (Platin ab 80%. Die Ensemblezertifizierung steht noch aus). Der Campus Rosenheim wäre damit das erste studentische Wohnquartier Deutschlands mit diesem Zertifikat.

Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung als Teil des Konzepts  
Einen wichtigen Teil der vom IB Lackenbauer GmbH geplanten Haustechnik übernimmt die Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung Die so zurückgewonnene Wärme kommt erneut der Raumtemperierung zugute.   
Der Vorteil des hier eingesetzten Lüftungskonzeptes ist ein kontinuierlicher Luftaustausch, indem einzelne Räume mit einem Lüftungsgerät ausgerüstet werden. In diesem Fall wurde komplett auf die Mehrraumlösung von Meltem zurückgegriffen, bei der je Apartment ein eigenes Gerät eingesetzt wurde. Mithilfe eines Kanalanschlusses wird im innenliegenden Bad (nach DIN 18017-3) die Ab-luft abgesaugt und gleichzeitig der Wohnraum mit Zuluft versorgt.   
In den drei Gebäuden A bis C installierte die Schupfer GmbH 161 Lüftungsgeräte vom Typ M-WRG-II-P, die den erforderlichen Luftaustausch ermöglichen. Dazu kamen weitere 40 Geräte der gleichen Bauart im Boardinghouse. Sämtliche Komfortlüftungsgeräte kamen in der optisch sehr dezenten, wandintegrierten Einbauart U2 zum Ein-satz. Sie wurden im Zuge des Innenausbaues in die bereits vorintegrierten und projektbezogen gefertigten Montagekästen mit einer Rahmentiefe von 25 mm in den Außenwänden eingesetzt. Der aus-reichende Schallschutz konnte in der vorliegenden Einbausituation im Rohbau im vorgezogenen Musterapartment nachgewiesen werden. Für die Zu-fuhr der Luft entschied man sich für Flachkanäle, während die Abluft über bauseits integrierte Rundrohre DN 100 abgeleitet wird.

Einfache Funktionsweise  
Während der Heizperiode wird die verbrauchte, warme Raumluft über einen Kreuzgegenstrom-Wärmeübertrager abgesaugt. Dabei wird ihr die Wärme entzogen und an die gleichzeitig getrennt zugeführte Frischluft übertragen. Bis zu 94 % der Wärme lässt sich so zurückgewinnen. Außerdem gelangt die Zuluft auf diese Weise bereits vorgewärmt und zugfrei in den Wohnraum. Das bedeutet nicht nur eine Senkung des Energiebedarfs, sondern auch höheren Wohnkomfort.  
Die kontinuierliche Be- und Entlüftung bewirkt außerdem den Abtransport von in der Luft vorhandenen Schadstoffen. Auch Allergiker können aufatmen, denn alle Geräte sind im Standard mit einem Feinstaubpartikelfilter (ISO ePM1 60 % (F7)) für die Außenluft ausgerüstet. Sein feines Filtermedium hält wirkungsvoll lungengängige Feinstaubpartikel wie Pollen, Ruß und Bakterien der Staubklasse PM1 zurück. Auf Wunsch ist optional ein spezieller Aktivkohlefilter erhältlich, der die Gerüche von Schadgasen, Stickoxide und Ozon bindet.

Die Holzfassade der Gebäude mit ihrer vertikalen Struktur und der auffälligen Bänderung durch die Geschossdecken ist ein zentrales architektonisches Kennzeichen der Campusgebäude in Rosen-heim. Die Fassadenoptik sollte daher nicht durch die Fassadenabschlüsse für Außenluftansaugung und Fortluftausbringung beeinträchtigt werden. Für solche Fälle bietet Meltem mit der Fensterlaibungslösung eine Möglichkeit, die Fortluft- und Außenluftkanäle in der Fensterlaibung münden zu lassen. So bleibt die Fassade unberührt. Lediglich eine unauffällige und für den Betrachter kaum sichtbare Edelstahlblende bildet den äußeren Abschluss.

Steuerung der Geräte
Die Lüftungsgeräte werden kontinuierlich gemäß der voreingestellten Parametrierung betrieben. Dabei wird die Entlüftung der innenliegenden Bäder bei Nutzung über den externen Steuereingang (O/EST) über die Lichtschalter gesteuert. Änderungen in den Einstellungen der Geräte können vom Betreiber über eine Funkfernbedienung vor-genommen werden.

Schlagworte

ON TOUR 25, PROJECTS 25, Heinze ArchitekTOUR

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