Architekturobjekt 2 von 180

Architekturobjekte


Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

60311 Frankfurt am Main, An der Staufenmauer 11

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: WANDEL LORCH GÖTZE WACH

Ausstellungsraum - Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

© NORBERT MIGULETZ

Straßenbeschilderung am Eingang des Gewölbekellers - Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

© Stefanie Koesling

Eingangsbereich - Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

© Stefanie Koesling

Seminar-/Workshopbereich - Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

© NORBERT MIGULETZ

Teil der Medienwand - Goldener Apfel – Ausstellung in einem Gewölbekeller der Frankfurter Judengasse

© NORBERT MIGULETZ

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: WANDEL LORCH GÖTZE WACH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

An der Staufenmauer 11, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

11.2024

Zeichnungen und Unterlagen

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

WANDEL LORCH GÖTZE WACH

Kaiserstraße 39

60329 Frankfurt

Deutschland

Tel. 069-90748070

frankfurt@wlgw.de

Bauleistung: Tischler

Kram Möbelwerkstätte

Grasmannsdorf 4

96138 Burgebrach

Deutschland

Tel. +49 9546 205

georg.kram@kram-moebel.de

Verwendete Produkte

ERCO

Leuchten

tba durch Projektleitung

Holz- und Vitrinenbau (MDF)

tba durch Projektleitung

tba durch Projektleitung

Beschreibung

Objektbeschreibung

In einem Gewölbekeller aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigen wir eine Ausstellung zur Frankfurter jüdischen Geschichte dieser Zeit. Sie lädt ein zur Auseinandersetzung mit dem Kampf von Jüdinnen und Juden um Gleichberechtigung sowie dem Ringen um Emanzipation bei gleichzeitiger Traditionspflege.

Im Jahr 1809 erwarb Joseph Moses Rindskopf ein Grundstück am nördlichen Ende der Judengasse, das im Krieg gegen Frankreich zerstört worden war. Er baute ein repräsentatives Haus aus Stein auf dem Areal von fünf niedergebrannten Häusern. Eines der zerstörten Häuser hieß Goldener Apfel. Seine Steine wurden wahrscheinlich für den Bau des Gewölbekellers verwendet, in dem heute ein Schlussstein mit der Inschrift „IMR 1809“ an den Bauherrn erinnert. Rindskopf selbst entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Familie.

J.M. Rindskopf starb nach der Fertigstellung seines Hauses. Später verkaufte seine Familie es an den Buchhändler Isaac Kauffmann, der hier seine hebräische Buchhandlung und einen Verlag betrieb. Kauffmann war ein Anhänger der Lehren des Frankfurter Rabbiners Samson Rafael Hirsch und verlegte seine Schriften. Anfang des 20. Jahrhunderts ging das Haus an den Gewürzhändler Jakob Alsbach. Seit 2022 betreibt Azuko Iimori in dem Haus einen japanischen Supermarkt.

Das Gewölbe selbst ist ein faszinierender Zeitzeuge. Die Einordnung des Kellers in die Judengasse übernehmen virtuelle Rekonstruktionen der Architekten Meitar Tewel und Marc Grellert. Meitar Tewel konzipierte ein Modell des einzigen Straßenabschnitts im heutigen Stadtraum, der immer noch dem ursprünglichen Verlauf der historischen Judengasse folgt. Ein Fotofilm streift durch jüdische Einrichtungen und Haushalte und verbindet intime Räume mit Gedenkstätten, Museen sowie Orten in Frankfurt, an denen jegliche Erinnerung an jüdisches Leben ausgelöscht wurde. Des Weiteren rekonstruierte er die drei verschiedenen Synagogen, die seit 1462 an derselben Stelle gebaut wurden. Der Film von Marc Grellert zeigt die digitale Rekonstruktion der Hauptsynagoge von 1860. Mit einem zusätzlich eigens von LIGNA und Architectura Virtualis entwickelten immersiven VR-Panorama können Sie die Judengasse im Jahr 1861 visuell und akustisch erkunden.

Mit der Besetzung Frankfurts durch die französischen Revolutionstruppen im Jahr 1796 wurde der Ghettozwang für die Jüdische Gemeinde beendet. Der Kampf um Gleichberechtigung und Teilhabe an der Politik lag jedoch noch vor ihr. Der Publizist Ludwig Börne spielte darin eine zentrale Rolle. 1848 wurden die „Grundrechte des deutschen Volkes“ in der Paulskirche beschlossen. Es dauerte jedoch noch bis 1864, bis die uneingeschränkte rechtliche Gleichstellung in Kraft trat. Wie zentral Ludwig Börnes Ideale und die Grundrechte von 1848 auch für unsere heutige Verfassung sind, zeigen wir in Interviews von Jochanan Shelliem. An unserer Mitmachstation können Sie sich mit speziell entwickelten Demokratierezepten Tipps für die Stärkung unserer Demokratie heute holen.

Schlagworte

Gewölbekeller, Judengasse, Erinnerungsort, Ausstellungsgestaltung, Erinnerungskultur, Jüdisches Museum, Goldener Apfel

Objektdetails

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