Architekturobjekte
Architekturobjekt 55 von 94

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2017: Teilnehmer

Holzsilo, Plange Mühle Campus, Düsseldorf

40221 Düsseldorf, Plange Mühle 5

Denkmalgeschütztes Holzsilo, Plange Mühle Campus, Düsseldorf - Holzsilo, Plange Mühle Campus, Düsseldorf

© H. G. Esch

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Plange Mühle 5, 40221 Düsseldorf, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Umbau

Fertigstellungstermin

12.2016

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Fachplanung: Bauphysik

DS-Plan Ingenieurgesellschaft für Generalfachplanung mbH

Habsburgerring 2

50674 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 27079-5300

info@ds-plan.com

Bauleistung: Beleuchtung

Tropp Lighting Design GmbH

Marienstr. 5

82362 Weilheim

Deutschland

Generalplanung

Köster GmbH

Gewerbeallee 18

45478 Mülheim

Deutschland

Tel. +49 208 696071-0

Fachplanung: Tragwerksplanung

Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH

Gustav-Heinemann-Ufer 72A

50968 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 925812-0

koeln@schuessler-plan.de

Fachplanung: Brandschutz

BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH

Liebigstr. 20

60323 Frankfurt

Deutschland

Tel. +49 69 7171360

office-ffm@bpk-mail.de

Verwendete Produkte

Arbonia

Heizkörper

BEGA Gantenbrink-Leuchten

Bodenstrahler

FSB Franz Schneider Brakel

Beschläge

1078

KEUCO

Sanitär-Ausstattungen

MABEG Leitsysteme

Signage

Regent Licht

Büroleuchten

Gebäudedaten

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

21.200 m³

 

Bruttogrundfläche

5.646 m²

 

Nutzfläche

2.870 m²

 

Verkehrsfläche

1.237 m²

 

Grundstücksgröße

3.030 m²

Lage und Umgebung

Holzsilo, Plange Mühle Campus, Düsseldorf

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das denkmalgeschützte, sogenannte Holzsilo, das seinen Namen den aus Holz bestehenden Vorratskammern im Inneren des Backsteingebäudes verdankt, wurde 1906 erbaut. 1929 folgten in einer einfachen kubischen Form die zylindrischen Betonsilos. Das Holzsilo konnte mit seinen industriellen Bestandteilen nahezu vollständig erhalten werden und spiegelt in seiner äußeren und inneren Erscheinung den Charakter der Industriekultur mit deutlichen Bezügen zur klassischen Moderne in einer spannenden Kombination zwischen Alt und Neu wider.
Durch das Entfernen der ursprünglichen Silozellen und das Einfügen von Geschossebenen gewinnt das Gebäude deutlich mehr Nutzfläche.
Im äußeren Erscheinungsbild wird das Holzsilo von dem Wechsel zwischen Backstein- und Putzflächen geprägt. Über den Backsteinsockel wird der Bereich der ehemaligen Silozellen gekennzeichnet durch fast gebäudehohe Rundbogenfenster. Der Erhalt und die Sanierung der ursprünglichen Fassade, Gitterfenster, Bestandswände, Brücke, Bögen und des Turms in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz standen bei dem Projekt besonders im Fokus. Im Inneren des alten Backsteingebäudes waren die Silozellen in Holz erstellt, die sich im Außenbau durch runde Telleranker andeuten. Der Innenteil des Silos, das Dach und die Putzfelder wurden sensibel zurückgebaut. Die „Fehlstellen“ in der Fassade, die Granatsplitter aus dem 2. Weltkrieg enthält, machen die Zeichen der Zeit ablesbar. Die östliche Zweiturmfront wurde ursprünglich durch einen turmartigen Aufsatz im Westen ergänzt. Die Aufbauten wurden jedoch nach dem zweiten Weltkrieg in schlichten, kubischen Backsteinformen erneuert. Zum Silogebäude gehört ein Schiffselevator, der am ursprünglichen Standort 1949 als turmförmiger Backsteinbau erneuert wurde.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Plange Mühle am Düsseldorfer Hafen das bekannteste deutsche Haushaltsmehl der Region produziert: Das Diamant-Mehl. Zehn Jahre nach der Hamburger Gründung der Firma Georg Plange entstand in Düsseldorf 1906 die zweite Dampfmühle des Unternehmens. Das Zweigwerk war für 120 Beschäftigte geplant und produzierte mit 38 Weizenstühlen ausschließlich Weizenmehl. Das fünfteilige Gebäudeensemble, das damals aus einem Hauptgebäude mit adlergeschmücktem Turm, zwei Getreidesilos, Werkstätten und dem Obermüllerhaus bestand, wurde durch den zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau sowie durch laufende Umbauten zur Produktionsanpassung stark verändert. Dennoch weisen einige Gebäudeteile wie das Holz- und Betonsilo, der Turm, die Werkstätten und das ehemalige Stallgebäude mit der Wohnung für den Öbermüller die ursprüngliche Bausubstanz auf. Heute steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz.
In den 90er Jahren wurde der Standort als Mehlmühle aufgegeben und die Industriebrache in die Neuordnung des Düsseldorfer Medienhafens einbezogen.

Beschreibung der Besonderheiten

Der Erhalt und die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Plange Mühle Campus ist besonders unter nachhaltig städtebaulicher und architekturgeschichtlicher Komponente von Bedeutung: Dank der neuen Nutzung flexibler Workspaces und gastronomischer Einrichtungen wird der Ausbau des Campus zum Kreativstandort weiter gestärkt und bindet diesen in das soziale Umfeld am Medienhafen ein.

Schlagworte

Kreativstandort, Transformation, Denkmalschutz, Industriearchitektur, Loft Workspaces, Wiederbelebung, Silo, Düsseldorfer Medienhafen, Plange Mühle, Weizenmühle, klassische Moderne
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